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Ⅴ.
Vincent d’Indy
(1851-1931)

«Chanson et Danses» für Bläserseptett op. 50

Und wie froh die Sonne scheidet
Von des Tages leerem Schein,
Hüllet der, der wahrhaft leidet,
Sich in Schweigens Dunkel ein.

Nach dem Besuch der Bayreuther Festspiele 1876 wurde der französische Komponist Vincent d’Indy ein überzeugter Wagnerianer. Dies zeigt sich in vielen seiner Kompositionen, wie auch im Chanson et Danses. Im Chanson verwendete d’Indy für sein Haupt- sowie Nebenthema Motive aus Wagners Siegfried-Idyll. Der zweite Satz hat die Form eines Rondos. Das Rondothema ist aus einer einfachen Volksweise und wird dreimal, immer brillanter, wiedergegeben. Dazwischen wird das Hauptthema mit weichen Episoden verbunden. Zum Schluss erklingt nochmals das Chanson-Thema.
Dieses Septett entstand im Sommer 1898 in Zusammenarbeit mit Paul Taffanel und der Societé des instruments à vent.
Nebst seiner kompositorischen Tätigkeit war d’Indy ein wichtiger Lehrer und war Mitbegründer der Pariser Schola Cantorum.

Das Siegfried- Idyll hatte Wagner 1870 zum 33. Geburtstag seiner Frau Cosima komponiert und im Treppenhaus seines Hauses in Tribschen bei Luzern uraufgeführt.
Auf der Skizze steht der Betrachter vor der Ostfassade des Richard-Wagner-Museums und blickt auf den Vierwaldstättersee. Diese Halbinsel wirkt wie ein Treibhaus, in dem Wagner lange unverheiratet mit Cosima lebte. Erst im Sommer 1870 heiratete Wagner die Tochter von Franz Liszt und der Moment der Uraufführung des Siegfried-Idyll war ein erster Moment, wo Ruhe in das Beziehungsleben von Wagner einkehrte.